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Die Ausbildung ist abgeschlossen, und dann? Ein Einblick in die Weiterbildung zum Meister

Nach einer abgeschlossenen Ausbildung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich noch weiter fortzubilden. Zum Beispiel kann man ein Bachelorstudium als nächsthöhere Stufe anstreben. Oder man macht eine Weiterbildung zum Meister, wie es aus dem Hause WAFIOS Herr Budnik aktuell macht. In einem kurzen Interview konnten wir ihm einige interessante Fragen rund um seine Meisterausbildung stellen.

 

Herr Budnik, können Sie uns zu Anfang etwas über sich erzählen?

 

Ich bin im September diesen Jahres bereits seit 15 Jahren bei WAFIOS. Hier habe ich auch meine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. Neben meiner Tätigkeit an den Dreh- und Fräsmaschinen im Ausbildungszentrum unterstütze ich die Ausbilder der gewerblichen Berufe bei der Ausbildung der Auszubildenden vor allem aus den Berufsfeldern Industriemechaniker, Reutlinger Modell und auch Produktdesigner.

Momentan mache ich eine Weiterbildung zum Industriemeister und Handwerksmeister. In den kommenden Wochen werde ich meine Meisterprüfung ablegen.

 

Welche Voraussetzungen gibt es denn, um überhaupt eine Weiterbildung zum Meister anfangen zu können?

 

Bevor man den Meister machen kann, muss eine Ausbildung abgeschlossen sein. Ansonsten gibt es meines Wissens nach keine Zulassungsbeschränkungen. Natürlich muss man sich auch hierfür klassisch mit einer vollständigen Bewerbungsmappe bewerben. Außerdem wird auch ein Blick auf die Noten aus dem Ausbildungszeugnis geworfen.

  

Wie lange dauert eine Weiterbildung zum Meister?

 

Normalerweise dauert es zwei Jahre in Teilzeit den Industriemeister zu machen und nochmal zwei Jahre in Teilzeit den Handwerksmeister zu machen.

Bei mir ist es etwas anders, denn ich mache meine Weiterbildung im Rahmen des „Metzinger Modells“. Das heißt, ich kann den Industrie- und den Handwerksmeister zusammen in zwei Jahren machen.

 

Wie ist die Weiterbildung aufgebaut? Gibt es zum Beispiel Theorie- und Praxisblöcke?

 

Nein, ganze Theorie- und Praxisblöcke gibt es hier nicht. Ich bin jede Woche zwei Tage in der Schule und die restlichen drei Tage arbeite ich ganz normal bei WAFIOS bei den alltäglichen Aufgaben mit.

Der Schulunterricht ist dann schon in Theorie- und Praxiseinheiten unterteilt. Wir haben ganz normalen Unterricht in den Klassenräumen aber auch in den Werkstatträumen.

 

Wie lange sind Ihre Schultage in der Regel?

 

Meine Schultage sind immer donnerstags und freitags. Der Unterricht geht dann ca. neun Stunden, meistens von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Es kann auch vorkommen, dass ich bis 17:45 Uhr Unterricht habe.

 

Können Sie uns noch etwas über die Gestaltung der Prüfungen erzählen?

 

Die behandelten Unterrichtseinheiten werden immer mit einer Abschlussprüfung abgeschlossen. Das heißt aber nicht, dass die Inhalte ab diesem Zeitpunkt unwichtig sind. Vor allem im letzten Jahr sollte man sich mit allen behandelten Themen noch gut auskennen.

Dann gibt es natürlich die Meisterprüfung ganz zum Schluss.

Der Industriemeister wird mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen.

Beim Handwerksmeister hingegen wird ein sogenanntes Meisterstück gefertigt.

Die Handwerkskammer gibt hier eine Aufgabenstellung vor. Bei mir war die Aufgabe eine Zitruspresse anzufertigen.

 

Zuerst musste man dazu eine Skizze anfertigen und wenn diese von der Handwerkskammer als „OK“ befunden wurde, konnte man richtig starten. Mithilfe des CAD-Programms SolidWorks (das übrigens auch in der Berufsschule verwendet wird) habe ich im nächsten Schritt eine Zeichnung erstellt. Außerdem habe ich eine Kalkulation für das gesamte Prüfstück aufgestellt. Anhand der CAD-Zeichnungen habe ich dann die Einzelteile gefertigt oder zugekauft (beides war möglich). Bestimmte Teile mussten auch in der Schule gefertigt werden und wurden dort abgeprüft. Zum Schluss, nach Fertigstellung des Meisterstücks findet noch ein Abschlussgespräch statt, in dem der gesamte Prozess vom Erstellen der Skizze bis zur Fertigstellung des Prüfstücks besprochen wird.

 

Jetzt, so kurz vor der Meisterprüfung haben Sie ja doch einiges gelernt und erlebt. Was hat Ihnen während der Weiterbildung am meisten Spaß gemacht?

 

Toll ist, dass man während der Zeit im Unternehmen nicht nur Übungsstücke fertigen darf, sondern tatsächlich auch Teile für Kundenmaschinen. Das steigert den Lernerfolg enorm und bringt einen näher an die Maschinen, die bei WAFIOS gefertigt werden. Vor allem im Hinblick auf die nachfolgende Tätigkeit im Unternehmen.

 

Wovon haben Sie profitiert während der Weiterbildung?

 

Die Klassen in der Schule passen gut zusammen. Ich kann sagen, dass die Weiterbildung für mich sehr interessant und lehrreich war. Mir ist bewusst geworden, dass man nie auslernt. Selbst mit einer Berufserfahrung von über 10 Jahren lernt man immer noch etwas Neues dazu.

 

Vielen Dank für das interessante Interview und für Ihre ausführlichen Antworten auf unsere Fragen!